Mittelstandsfinanzierer IKB
Berlin, 15.07.2008 - Presseerklärung von Prof. Dr. Klaus-Peter Meinzer
Die IKB soll verkauft werden und, nach Angaben von Minister Steinbrück, mindestens 800 Mio. Euro einbringen. Angesichts der Tatsache, dass die Mittelstandsfinanzierer dringend gebraucht werden und die Finanzierungen insgesamt, dank unzähliger, unüberzogener Regulierungen, schwerer geworden sind, kann man nicht ohne weiteres auf eine solche Bank verzichten. Die Bank hatte bis Ende keine wesentlichen Verluste durch das Mittelstandsgeschäft eingefahren, sondern durch amerikanische Suprime Loans-Papiere, und ist letztendlich auch ein Opfer der Schematisierungen der Kreditvergabe geworden.
Deshalb sollte beim Verkauf dieser Bank nicht nur der Preis im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die nachweisbare Absicht des Erwerbers, die Funktion der Bank als Mittelstandsfinanzierer fortzusetzen. Adressen wie die amerikanische Beteiligungsgesellschaften und Loan Star sind nur dazu angetan, Forderungen zu erwerben und sie zu kassieren, die Struktur der Bank und ihre Funktion ist dabei ohne wesentliches Interesse. Die Vorgehensweise von Gesellschaften wie Loan Star sind unrühmlich in der Presse erschienen, politische Reaktionen hierzu hat es schon gegeben. Die Politik, die, besonders bei Wahlen, dem Mittelstand immer dessen große
Bedeutung hervorhebt, sollte sich beim Verkauf auf das sogenannte Rückrat unserer deutschen Wirtschaft besinnen. Inkompatible Vorschriften wie die IFRS aus Amerika sind im Verhältnis unserer nach dem Vorsichtsprinzip angelegten Bilanzstrukturen ebenso wenig angemessen, wie die hemdsärmeligen Geschäftsmethoden von Forderungseintreibern. Europa und insbesondere Deutschland braucht die Sicherstellung der Finanzierung für den Mittelstand und sollte daran denken, dass prozyklisch wirkende Vorschriften im Kreditgewerbe, die jetzt grade in der Krise erkennbar wurden, abgebaut werden, um Schaden für die Existenz des Mittelstandes abzuwenden.


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