CDU-Streit über Wirtschaftsprofil eskaliert
Düsseldorf, 28.05.2010 - Er erwarte von Merkel, dass das wirtschaftspolitische Profil der Union wieder „das so dringend notwendige Gewicht“ erhält, sagte der Präsident des Wirtschaftsrates der CDU, Kurt. Lauk, am Freitag in Berlin. „Es kommt darauf an, so schnell wie möglich der Wirtschaftskompetenz wieder ein Gesicht zu geben.“ Die Entscheidung der Parteivorsitzenden sei nun gefordert.
Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), wies die Kritik scharf zurück. “Mit ständigen Vorwürfen in Richtung Parteivorsitzende wird die Union nicht an Zustimmung gewinnen“, sagt Bosbach am Freitag Handelsblatt Online. Das Anliegen des Wirtschaftsrat-Präsidenten nehme er zwar ernst. Die Äußerungen seien ihm aber zu pauschal. „Es wäre gut, wenn die Kritiker an ganz konkreten Beispielen deutlich machen würden, in welchen wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen sie welche Richtungsentscheidung erwarten“, sagte Bosbach.
In der Debatte um das künftige Wirtschaftsprofil der CDU gerät die Parteivorsitzende und Kanzlerin Angela Merkel unter massiven Druck. Der Wirtschaftsrat warnte Merkel davor, das Erbe von Ludwig Erhard zu verspielen. Nach dem Rückzug von Roland Koch dürfe es keine Kompetenzlücke an dieser Stelle geben. Der CDU-Politiker Bosbach wies die Kritik zurück und warnte vor pauschalen Vorwürfen.


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