Ausgebrannt und ausgemustert

Düsseldorf, 27.05.2010 - Antriebslos, überfordert, dünnhäutig – immer mehr Menschen leiden am Burn-Out-Syndrom. Schuld daran ist meist zu großer Druck im Job. Doch die Erschöpfungskrankheit betrifft nicht nur Menschen. Auch die Unternehmen verlieren Millionensummen durch ausgebrannte Mitarbeiter.

Der Schaden geht in die Millionen: „Zweieinhalb Jahresgehälter kostet es ein Unternehmen, wenn einer seiner Topmanager an Burn-out erkrankt und nicht mehr arbeiten kann“, sagt die Personalmanagement-Forscherin Ruth Stock-Homburg. Das habe kürzlich eine Studie von US-Wissenschaftlern ergeben. Die direkten Kosten sind leicht zu schätzen: Kandidaten für die Nachfolge müssen gesucht und getestet werden, dazu kommt die Einarbeitungsphase des neuen Alpha-Tiers.

Doch kaum weniger ins Geld geht der indirekte Schaden: Der Produktivitätsverlust in der Phase ohne die leitende Hand eines Chefs. „Die Mitarbeiter spüren, wenn sie führungslos sind“, sagt Stock-Homburg, „sie sind bei der Arbeit dann gehemmt, manchmal sogar wie gelähmt.“ Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass dies tatsächlich einen deutlichen Einfluss auf die Leistungen eines ganzen Unternehmens haben könne, so die Professorin der TU Darmstadt.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/burn-out-ausgebrannt-und-ausgemustert;2589432